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Dokumentenmanagement

1. Ziel dieses Dokuments

Dieses Fachkonzept legt die Grundlagen für ein einheitliches Verständnis und die Modellierung von Daten im Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) fest. Es dient als verbindliches Referenzwerk, um sicherzustellen, dass alle Fachbereiche und IT-Systeme mit denselben Konzepten und Definitionen arbeiten können.

Die Kernziele dieses Dokuments sind:

  1. Definition zentraler Geschäftsobjekte: Klare und konsistente Definition der domänenspezifischen Geschäftsobjekte und deren Attribute, unabhängig von spezifischen IT-Systemen.
  2. Standardkonformität: Sicherstellung, dass die Datenmodellierung den anerkannten nationalen und internationalen Gesetzesvorgaben und Best-Practice-Standards folgt.
  3. Interoperabilität: Schaffung einer Basis für den nahtlosen Austausch und die Integration von Daten über verschiedene Systeme und Prozesse hinweg.
  4. Langfristige Datenqualität: Beitrag zur Sicherung der Qualität und Konsistenz der Daten, um die Abhängigkeit von einzelnen IT-Systemen zu reduzieren und eine langfristige Nutzbarkeit zu gewährleisten.
  5. Brücke zwischen Fach und IT: Bereitstellung eines Referenzwerks, das als gemeinsame Sprache zwischen fachlichen Anforderungen und deren technischer Umsetzung dient.
  6. Fundament für strategische Entscheidungen: Schaffung einer faktenbasierten Grundlage für strategische Entscheidungen, operative Steuerung und Compliance-Management.

2. Dokumentenmanagement – Aufgaben und Bedeutung

2.1. Rolle im Immobilienmanagement

Das Dokumentenmanagement bildet das informationelle Rückgrat des gesamten Immobilienmanagements im BBL. Es orchestriert die strukturierte Erfassung, Verwaltung, Bereitstellung und langfristige Archivierung aller dokumentenbezogenen Informationen und schafft die unverzichtbare Informationsbasis für alle nachgelagerten Domänen (Projektmanagement, Architektonische Sicht, Objektmanagement, Energiemanagement, Mietermanagement).

2.2. Inhaltliche Dimensionen

Das Dokumentenmanagement umfasst fünf zentrale Dimensionen:

  1. Dokumentenstruktur: Pläne, Verträge, Gutachten, Berichte, Bewilligungen, Zertifikate und sonstige Dokumente in hierarchischer und thematischer Gliederung nach KBOB-Standards.
  2. Lebenszyklus-Management: Dokumentenerstellung, -prüfung, -freigabe, -verteilung, -aktualisierung, -archivierung und -löschung gemäss definierten Workflows und rechtlichen Aufbewahrungsfristen.
  3. Metadaten und Klassifikation: Strukturierte Beschreibung von Dokumenten mit standardisierten Metadaten, Klassifikationssystemen (ISG-Klassifizierung) und Verknüpfungen zu Objekten der Architektonischen Sicht.
  4. Rechtliche Compliance: Einhaltung von Aufbewahrungsfristen (ArchG), Datenschutzbestimmungen (DSG), Informationssicherheitsanforderungen (ISG) und Geschäftsverwaltungsvorschriften (GVV).
  5. Digitale Integration: BIM-Verknüpfung, Common Data Environment (CDE), automatisierte Metadatenextraktion und Integration mit anderen Fachdomänen über standardisierte Schnittstellen.

2.3. Kernaufgaben

  1. Strukturierte Dokumentenverwaltung: Einheitliche Ablagestrukturen mit eindeutigen Identifikatoren und standardisierten Namenskonventionen gemäss KBOB-Dokumenttypenkatolog.
  2. Versions- und Änderungsmanagement: Nachvollziehbare Versionierung, Änderungshistorie und Status-Management mit rollenbasierten Freigabeprozessen.
  3. Metadaten-Management: Automatisierte und manuelle Erfassung, Validierung und Pflege von Dokumentenmetadaten zur Verbesserung der Auffindbarkeit und Nachvollziehbarkeit.
  4. Integration und Interoperabilität: Seamlose Verknüpfung mit der Architektonischen Sicht, automatisierter Datenaustausch zwischen Systemen und standardkonforme Schnittstellen zu externen Partnern.
  5. Compliance und Governance: Implementierung rechtlicher Anforderungen, Audit-Trails, Datenschutz-konforme Verarbeitung und langfristige Archivierungsstrategien.

2.4. Strategische Bedeutung

Das Dokumentenmanagement gewährleistet Rechtssicherheit und Compliance durch systematische Dokumentation aller Geschäftsprozesse und deren rechtskonforme Archivierung. Es schafft eine langfristige, technologieunabhängige Informationsbasis, die skalierbar und interoperabel mit der schweizerischen E-Government-Landschaft ist.

Als zentrale Domäne ermöglicht es die durchgängige Informationsversorgung aller Immobilienprozesse über den gesamten Lebenszyklus und bildet die Grundlage für zukünftige Technologien wie AI-gestützte Dokumentenanalyse, automatisierte Compliance-Prüfung und intelligente Informationsextraktion.

Die Verbindung zur Architektonischen Sicht erfolgt durch die systematische Verknüpfung von Dokumenten mit physischen Objekten (Grundstücke, Gebäude, Räume, Systeme, Komponenten), wodurch ein vollständiges digitales Abbild der Immobilie mit ihrer gesamten Dokumentationshistorie entsteht.

3. Empfehlung Geschäftsobjekte (Konsolidiert)

Bedeutung der Prioritätsstufen:

  • Muss: Geschäftsobjekte, die für die fachliche Vollständigkeit der Architektonischen Sicht zwingend erforderlich sind. Diese Objekte bilden das Kerngerüst des Datenmodells und sind für die grundlegenden Geschäftsprozesse im Immobilienmanagement unabdingbar.
  • Sollte: Geschäftsobjekte, die das fachliche Datenmodell um wichtige Aspekte erweitern und die praktische Anwendbarkeit erheblich steigern. Sie sind nicht kritisch für die Grundfunktionalität, aber wichtig für eine vollständige fachliche Abbildung der Immobilienwelt.
  • Könnte: Geschäftsobjekte, die zusätzlichen fachlichen Mehrwert bieten und erweiterte Anwendungsfälle ermöglichen. Sie erweitern das Datenmodell um spezialisierte Bereiche, sind aber nicht für die Kerngeschäftsprozesse erforderlich.
  • Wird nicht: Geschäftsobjekte, die bewusst nicht in der Architektonischen Sicht modelliert werden, entweder weil sie durch andere Objekte fachlich abgedeckt sind oder weil sie fachlich in anderen Domänen zugeordnet sind.
Gruppe/ Geschäftsobjekt Priorität Beschreibung Primäre Identifikatoren Relevante Standards Kommentar
1 Dokumentstruktur
2 Dokument Muss Einzelne aufgezeichnete Information unabhängig vom Informationsträger (Pläne, Verträge, Berichte, E-Mails) BBL-Dokument-ID / UUID eCH-0039, KBOB BWD, ISO 15489 Zentrale Verwaltungseinheit für alle BBL-Informationen
3 Dossier Muss Zusammengehörige Dokumente zu einem Geschäft oder Vorgang als strukturierte Einheit BBL-Dossier-ID / UUID eCH-0039, ArchG, GEVER Organisationseinheit für Geschäftsfälle und Projekte
4 Version Muss Versionierte Instanz eines Dokuments mit Änderungshistorie BBL-Version-ID eCH-0039, ISO 15489 Für Nachvollziehbarkeit und Änderungsmanagement
5 Dokumenttyp Soll Katalogentität für die Klassifikation ähnlicher Dokumente mit spezifischem Informationsgehalt Dokumenttypcode (DTC) KBOB BWD Strukturiert Dokumentablage nach Leistungsbereichen
6 Metadaten
7 Metadatensatz Soll Eigenständige Entität für strukturierte Beschreibungsinformationen zu Dokumenten BBL-Metadaten-ID Dublin Core, ISO 23081, eCH-0039 Flexibles Metadatenmanagement
8 Prozesse
9 Workflow Soll Definierter Ablauf für Dokumentenbearbeitung mit Status und Übergängen BBL-Workflow-ID eCH-0039, ISO 15489 Steuert Dokumentenlebenszyklen
10 Anweisung Kann Strukturierte Handlungsanweisung für Dokumentenbearbeitung BBL-Anweisung-ID eCH-0039 Directive gemäss eCH-0039
11 Archivierung
12 Archivgut Muss Dokumente mit bleibendem Wert, die dauerhaft aufbewahrt werden BBL-Archiv-ID ArchG, ISAD(G) Endstatus wertvoller Dokumente
13 Vorarchiv Kann Zwischenlager für Dokumente vor der definitiven Archivierung BBL-Vorarchiv-ID ArchG Übergangsbereich vor Archivierung
14 Organisation
15 Registraturplan Soll Systematisches Ordnungssystem für die strukturierte Ablage BBL-Registratur-ID ArchG, eCH-0002 Basis für Ablagestruktur
16 Kommunikation
17 Nachricht Kann Standardisierte Struktur für Dokumentenaustausch zwischen Systemen BBL-Nachricht-ID eCH-0039 Transportcontainer für Austausch
18 Physische Dokumente
19 Physisches Archiv Wird nicht Physische Aufbewahrungsorte für Papierdokumente - - Fokus auf digitale Dokumentation
20 Technische Objekte
21 Datei Wird nicht Technische Repräsentation des Dokumenteninhalts - - Teil des Dokument-Objekts

Tabelle: Empfehlung Geschäftsobjekte (Konsolidiert)

Bild: Empfehlung Geschäftsobjekte (Konsolidiert) - Vereinfachte Darstellung. Quelle

4. Übersicht der relevanten Standards

Die folgende Tabelle bietet eine konsolidierte Übersicht der wichtigsten "Best Practice"-Standards, die für die Modellierung des "Dokumentenmanagements" im BBL von hoher Relevanz sind, mit einem klaren Fokus auf Schweizer Gesetze und Normen sowie den spezifischen Anforderungen der Bundesverwaltung.

4.1 Bewertungskriterien für «Relevanz für BBL»

  • Sehr hoch: Rechtlich oder regulatorisch verpflichtend; grundlegende Voraussetzung für Kernprozesse und -systeme; verbindliche interne Vorgabe; oder unmittelbar umsetzbarer, priorisierter Use Case mit hohem Nutzen.
  • Hoch: Branchenweit anerkannte Praxis in der Schweiz; wesentlich für Rechtssicherheit, Compliance oder Interoperabilität; wichtig für robuste Integration in bestehende Prozess- und Datenflüsse.
  • Mittel: Ergänzend oder domänenspezifisch; nützlich für Spezialfälle, Pilotierungen oder als Referenz; optional ohne unmittelbaren Umsetzungsdruck.
  • Niedrig: Informativ; geringe direkte Anwendbarkeit im Betrieb; Beobachten/Monitoring ausreichend.

4.2 Strategische Einordnung (Kategorie Standards)

Die Standards und Use Cases lassen sich in folgende strategische Kategorien einordnen:

  • Rechtliche Grundlagen: Rechtlich bindende Vorgaben auf Bundes- oder Verordnungsebene; definieren Mindestanforderungen und Rahmenbedingungen.
  • BBL Weisungen und Prozesse: Interne, verbindliche Standards und Prozessmodelle; legen organisatorische Zuständigkeiten, Abläufe und Qualitätsvorgaben fest.
  • BBL Fachanwendungen: Operative IT-Systeme und Register für fachliche Leistungen und Verwaltungsaufgaben; stellen Funktionen und Schnittstellen für die Datenintegration bereit.
  • Technische Standards: Normen und Integrationsstandards (z. B. Datenmodelle, Schnittstellen, Qualitäts- und Leistungskataloge), die Austauschformate und Qualitätsstufen definieren.
  • Externe Beispiele: Verifizierte Praxisbeispiele und Best-Practice-Implementierungen als Referenz für erfolgreiche Umsetzungen und innovative Ansätze.

4.3 Übersicht als Tabelle

Kategorie / Name des Standards Beschreibung (Kurz) Relevanz für BBL Kommentar
1 Rechtliche Grundlagen
2 Bundesgesetz über die Archivierung (ArchG) Regelt die Archivierung und langfristige Aufbewahrung von Unterlagen des Bundes Sehr hoch Zentral für Lifecycle-Management und Compliance
3 Datenschutzgesetz (DSG) Regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten in der digitalen Dokumentation Sehr hoch Compliance-kritisch für alle Personendaten
4 Bundesgesetz über die Informationssicherheit (ISG) Regelt Schutz und sichere Handhabung sensitiver Informationen mit Klassifizierungssystem Sehr hoch Grundlage für Dokumentenklassifizierung
5 BBL Weisungen und Prozesse
6 [Platzhalter] [BBL-interne Weisungen und Prozesse werden hier ergänzt] - -
7 BBL Fachanwendungen
8 ActaNova GEVER [Platzhalter: Geschäftsverwaltungssystem] Sehr hoch Zentrale GEVER-Plattform
9 CDE Bund [Platzhalter: Common Data Environment] Sehr hoch Projektdokumentation
10 IBM FileNet (DALA) [Platzhalter: Planarchiv] Sehr hoch Digitales Planarchiv BBL
11 Technische Standards - Schweizer E-Government
12 eCH-0039 Records Management Schweizer E-Government-Standard für systematische Verwaltung von Dokumenten in hierarchischen Dossiers Sehr hoch Definiert Dossierstruktur und Metadatenstandards
13 eCH-0002 Records Management Standard, der vollständig den ISO 15489-Records Management referenziert Hoch Brücke zu internationalen Standards
14 eCH-0026 Records Management Policy Muster-Policies für das Records Management zur Erarbeitung von Führungsgrundlagen Hoch Praktische Umsetzungshilfen
15 eCH-0147 Austauschformat elektronische Dokumente Standard für strukturierten Austausch elektronischer Dokumente zwischen Behörden Hoch Wichtig für behördenübergreifende Zusammenarbeit
16 GEVER Standards Bund Hilfsmittel zur Standardisierung und Einführung der Geschäftsverwaltung (GEVER) Sehr hoch Operative Basis für BBL-Geschäftsverwaltung
17 Framework Records Management Orientierungshilfe für ganzheitliche Herangehensweise an Records Management-Fragestellungen Hoch Verständigungsbasis für RM-Aktivitäten
18 Technische Standards - Bau- und Immobilienspezifisch
19 KBOB Bauwerksdokumentation im Hochbau (BWD) Standardisierung von Dokumenttypen für Immobilienprojekte der öffentlichen Hand Sehr hoch Definiert einheitliche Dokumenttypologie
20 SIA-Norm 112 Modell Bauplanung Definiert Leistungsmodell für Bauwerksplanung inklusive Dokumentationsanforderungen Hoch Ordnet Dokumente in Projektphasen ein
21 SIA-Norm 113 FM-gerechte Bauplanung Regelt Dokumentationsanforderungen für den späteren Betrieb von Gebäuden Hoch Wichtig für Übergabedokumentation
22 FIDJI DOC Standard Standard-Ablageplan für Immobiliendokumente basierend auf Kernstruktur Sehr hoch Internationale Best Practice
23 GIF Standard Immobiliendatenraum Standard zum Aufbau eines Immobiliendatenraums und Dokumentenmanagement-Systems Sehr hoch Deutscher Standard für Immobiliendokumentation
24 Technische Standards - Kollaborative Umgebungen
25 DIN SPEC 91391 Gemeinsame Datenumgebungen (CDE) Standard für kollaborative Dokumentenumgebungen in Bauprojekten Sehr hoch Basis für digitale Projektzusammenarbeit
26 ISO 19650 Organization of Information (BIM) Internationale Norm für Informationsmanagement mit digitalen Methoden Hoch Relevant für CDE-Integration bei BIM-Projekten
27 Technische Standards - Records Management International
28 ISO 15489 Records Management Internationaler Standard für systematische Verwaltung von Geschäftsunterlagen Hoch Ergänzt schweizerische Standards
29 ISO 30300 Management Systems for Records Standard für Managementsysteme im Records Management Hoch Framework für kontinuierliche Verbesserung
30 ISO 23081 Metadata for Records Internationaler Standard für Metadaten in Records Management Systemen Sehr hoch Technische Grundlage für Metadaten-Schemata
31 MoReq Model Requirements Europäische Spezifikation für elektronische Records Management Systeme Hoch Ergänzt ISO-Standards um europäische Perspektive
32 Technische Standards - Facility Management
33 GEFMA 100-1 Facility Management Grundlagen Deutsche Richtlinie zur systematischen Definition von FM-Prozessen Hoch Branchenführender Standard
34 GEFMA 400 Datenmanagement im FM Richtlinie für strukturiertes Datenmanagement in Facility Management Systemen Sehr hoch Spezifisch für Immobiliendatenmanagement
35 GEFMA 920 CAFM Standard für CAFM-Systeme mit Dokumentenmanagement-Komponenten Hoch Technische Umsetzung
36 IFMA Standards International Facility Management Association Standards Hoch Internationale Perspektive
37 Technische Standards - Metadaten und Klassifikation
38 Dublin Core Metadata Universeller Standard für grundlegende Metadaten-Elemente Hoch Grundlage für Metadaten-Schemata
39 MODS (Metadata Object Description Schema) Umfassender Standard für strukturierte Objektbeschreibung Mittel Für wissenschaftliche/technische Dokumente
40 MARC Machine-Readable Cataloging Standard für bibliographische Datensätze und Katalogisierung Mittel Professionelle Bestandsverwaltung
41 Technische Standards - Archivierung
42 ISAD(G) International Standard Archival Description Internationaler Standard für archivische Erschliessung Hoch Professionelle Archivierungspraktiken
43 EAD (Encoded Archival Description) XML-Standard für strukturierte Archivbeschreibungen Hoch Digitale Langzeitarchivierung
44 PREMIS Preservation Metadata Standard für Erhaltungs-Metadaten digitaler Objekte Sehr hoch Kritisch für digitale Nachhaltigkeit
45 OAIS Open Archival Information System Referenzmodell für digitale Langzeitarchivierung Hoch Grundlage für Archivierungsstrategie
46 Externe Beispiele
47 [Zu ergänzen] [Verifizierte Praxisbeispiele und Best-Practice-Implementierungen] - Zur Orientierung

Tabelle: Übersicht der relevanten Standards

5. Wichtigste Standards im Detail (schrittweise Ergänzung)

Zur einheitlichen Klassifizierung der Begriffe und Standards werden folgende Kategorien verwendet:

  • Fachanwendung: Operatives IT-System, Register oder Plattform mit definiertem Zweck, Datenhoheit und Schnittstellen.
  • Geschäftsprozess: Strukturierte Abfolge von Aktivitäten zur Erreichung eines klar definierten fachlichen Ziels, inkl. Rollen und Ergebnissen.
  • Geschäftsobjekt: Fachlich abgegrenzte Entität mit eindeutiger Identität über ihren Lebenszyklus (z. B. Identifikator, Zustände).
  • Geschäftsobjekttyp: Spezialisierung oder Ausprägung eines Geschäftsobjekts mit zusätzlichen Merkmalen oder Regeln.
  • Dokument: Informationsträger zur Dokumentation, Kommunikation oder Nachweisführung, analog oder digital, mit Metadaten.
  • Attribut: Eigenschaft oder Merkmal eines Geschäftsobjekts, fachlich definiert und typisiert.
  • Fachbegriff: Begriff, Definition oder Klassifikation mit fachlicher Bedeutung ohne eigene Objektidentität.
  • Relation: Fachlich begründete Beziehung zwischen Geschäftsobjekten (z. B. Zugehörigkeit, Referenz, Abhängigkeit), inklusive Kardinalitäten und Regeln.

5.1. Bundesgesetz über die Archivierung (ArchG), SR 152.1

  • Priorität: A (Sehr hoch)
  • Gesetzliche Grundlage: https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1999/354/de
  • Beschreibung: Das Bundesgesetz über die Archivierung vom 26. Juni 1998 regelt die systematische Aufbewahrung und langfristige Sicherung von Unterlagen des Bundes. Es definiert die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Archivierung rechtlich, politisch, wirtschaftlich, historisch, sozial oder kulturell wertvoller Unterlagen und schafft die Grundlagen für Rechtssicherheit sowie kontinuierliche und rationelle Verwaltungsführung.
  • Relevanz für BBL: Als Bundesamt ist das BBL verpflichtet, alle Dokumentenmanagement-Prozesse gemäss ArchG zu strukturieren. Das Gesetz definiert verbindliche Anforderungen für die Bewertung, Aufbewahrung, Archivierung und Vernichtung von Dokumenten sowie die Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bundesarchiv. Es bildet die rechtliche Grundlage für das gesamte Lifecycle-Management von BBL-Dokumenten.
Begriff Kategorie Beschreibung Relevanz BBL
1 Unterlagen Geschäftsobjekt Alle aufgezeichneten Informationen unabhängig vom Informationsträger, die bei der Erfüllung öffentlicher Aufgaben erstellt oder empfangen wurden (Art. 3 Abs. 1 ArchG). Sehr hoch - Grundlegende Entität für alle BBL-Dokumente. Umfasst Pläne, Verträge, Berichte, E-Mails etc.
2 Archivgut Geschäftsobjekt Unterlagen, die vom Bundesarchiv oder anderen zuständigen Stellen als archivwürdig übernommen und dauerhaft aufbewahrt werden (Art. 3 Abs. 3 ArchG). Sehr hoch - Definiert den Endstatus wertvoller BBL-Dokumente nach der Bewertung.
3 Dossier Geschäftsobjekt Zusammengehörige Unterlagen zu einem Geschäft oder Vorgang, die als Einheit behandelt werden (Art. 3 Abs. 2 ArchG). Sehr hoch - Strukturierungseinheit für BBL-Dokumentation. Basis für Aktenführung.
4 Archivwürdigkeit Attribut Eigenschaft von Unterlagen mit bleibendem rechtlichem, politischem, wirtschaftlichem, historischem, sozialem oder kulturellem Wert (Art. 2 Abs. 1 ArchG). Sehr hoch - Zentrales Bewertungskriterium für alle BBL-Dokumente.
5 Schutzfrist Attribut Zeitraum, während dem der Zugang zu Archivgut eingeschränkt ist (Art. 9 ArchG, standardmässig 30 Jahre). Hoch - Bestimmt Zugriffsrechte und Veröffentlichung von BBL-Dokumenten.
6 Anbietepflicht Fachbegriff Verpflichtung der Bundesstellen, nicht mehr ständig benötigte Unterlagen dem Bundesarchiv zur Übernahme anzubieten (Art. 6 ArchG). Sehr hoch - Rechtliche Pflicht für alle BBL-Abteilungen zur systematischen Dokumentenabgabe.
7 Bewertung Fachbegriff Prozess zur Festlegung der Archivwürdigkeit von Unterlagen in Zusammenarbeit zwischen abliefernder Stelle und Bundesarchiv (Art. 7 ArchG). Sehr hoch - Kritischer Prozess für die Selektion erhaltenswerter BBL-Dokumente.
8 Vernichtungsverbot Fachbegriff Verbot der Vernichtung anbietepflichtiger Unterlagen ohne Zustimmung des Bundesarchivs (Art. 8 ArchG). Sehr hoch - Compliance-kritische Anforderung für BBL-Dokumentenverwaltung.
9 Aufbewahrungsfrist Attribut Zeitraum, während dem Unterlagen bei der abliefernden Stelle aufbewahrt werden müssen, bevor sie angeboten werden. Hoch - Bestimmt Retention-Zeiten für verschiedene BBL-Dokumenttypen.
10 Ablieferung Fachbegriff Übergabe archivwürdiger Unterlagen von der anbietepflichtigen Stelle an das Bundesarchiv (Art. 7 Abs. 2 ArchG). Hoch - Operativer Prozess für den Transfer von BBL-Dokumenten ans Archiv.
11 Registraturplan Geschäftsobjekt Systematisches Ordnungssystem für die strukturierte Ablage und Verwaltung von Unterlagen während ihrer aktiven Nutzung. Sehr hoch - Grundlage für einheitliche Dokumentenstruktur im BBL.
12 Aktenführung Fachbegriff Systematische Erstellung, Ordnung und Verwaltung von Unterlagen während des laufenden Geschäftsbetriebs. Sehr hoch - Operative Basis für rechtskonforme BBL-Dokumentenverwaltung.
13 Einsichtsrecht Attribut Recht auf Zugang zu Archivgut nach Ablauf der Schutzfristen (Art. 9-13 ArchG). Hoch - Regelt öffentlichen Zugang zu BBL-Dokumenten nach Archivierung.
14 Bundesarchiv Fachanwendung Zentrale Bundesstelle für die Archivierung und dauerhafte Aufbewahrung von Unterlagen der Bundesverwaltung (Art. 4 ArchG). Sehr hoch - Hauptpartner für BBL bei der Langzeitarchivierung.
15 Vorarchiv Geschäftsobjekt Zwischenlager für Unterlagen, die nicht mehr ständig benötigt werden, aber noch nicht ans Archiv abgeliefert sind. Hoch - Übergangsbereich für BBL-Dokumente vor der Archivierung.

Tabelle: Begriffe Bundesgesetz über die Archivierung

5.2. eCH-0039 E-Government-Schnittstelle für Dossiers und Dokumente

  • Priorität: A (Sehr hoch)
  • Gesetzliche Grundlage: https://www.ech.ch/de/ech/ech-0039/3.1
  • Beschreibung: eCH-0039 standardisiert ein einheitliches Austauschformat für elektronische Dossiers, Dokumente sowie für Geschäftskontext. Die E-Government-Schnittstelle definiert ein funktionales sowie strukturelles Gerüst für den Datenaustausch über Systemgrenzen hinweg und unabhängig von spezifischen Lösungen. Sie ermöglicht den Austausch von fachspezifischen elektronischen Dossiers mit Dokumenten oder anderen Informationsobjekten sowie die Übertragung von Geschäftskontext mit optionalen Bearbeitungsanweisungen.
  • Relevanz für BBL: Als zentraler Standard für die strukturierte Dokumentenverwaltung in der Bundesverwaltung definiert eCH-0039 die technische Basis für den systemübergreifenden Austausch von BBL-Dokumenten. Er legt die Datenstrukturen für Dossiers, Dokumente, Metadaten und Bearbeitungsanweisungen fest und gewährleistet die Interoperabilität zwischen verschiedenen GEVER-Systemen und Fachapplikationen.
Begriff Kategorie Beschreibung Relevanz BBL
1 Dossier Geschäftsobjekt Strukturierungseinheit zur Abbildung einer Dossier- und Subdossierstruktur sowie deren Metadaten (Art. 3.2). Enthält UUID, Status, Titel, Klassifizierung und weitere Metadaten. Sehr hoch - Zentrale Organisationseinheit für BBL-Geschäftsfälle und Projekte.
2 Dokument Geschäftsobjekt Basiskomponente zur Abbildung eines Dokuments sowie dessen Metadaten (Art. 3.3). Umfasst Identifikation, Status, Titel und Dateien. Sehr hoch - Grundeinheit für alle BBL-Dokumente wie Pläne, Verträge, Berichte.
3 Nachricht Geschäftsobjekt Standardisierte Struktur für den Austausch zwischen Sender und Empfänger, bestehend aus Header und Content. Sehr hoch - Transportcontainer für BBL-Dokumentenaustausch.
4 Anweisung (directive) Geschäftsobjekt Basiskomponente zur Abbildung einer Handlungsanweisung für den Empfänger (Art. 3.4). Hoch - Strukturierte Arbeitsanweisungen in BBL-Prozessen.
5 UUID Attribut Universally Unique Identifier als eindeutiges Kennzeichen für Objekte. Referenz des Objekts, nicht der Nachricht. Sehr hoch - Eindeutige Identifikation aller BBL-Dokumentenobjekte.
6 Dossier-Status Attribut Zustand in Bezug auf den Lebenszyklus eines Dossiers (z.B. erstellt, in Bearbeitung, abgeschlossen, archiviert). Sehr hoch - Statusverwaltung für BBL-Geschäftsfälle.
7 Dokument-Status Attribut Zustand des Dokuments in Bezug auf Veränderbarkeit und Gültigkeit (z.B. in Bearbeitung, genehmigt, versendet). Sehr hoch - Lifecycle-Management von BBL-Dokumenten.
8 Klassifizierungskategorie Attribut Grad, in dem das Dossier und die enthaltenen Dokumente vor unberechtigter Einsicht geschützt werden müssen (unclassified, confidential, secret, in_house). Hoch - Sicherheitsklassifikation für BBL-Dokumente.
9 Metadaten Fachbegriff Strukturierte Beschreibungsinformationen zu Dossiers und Dokumenten wie Titel, Eröffnungsdatum, Schlagwörter, Verweise. Sehr hoch - Basis für Suche und Verwaltung im BBL.
10 Header Geschäftsobjekt Element mit Meldungsrahmen nach eCH-0058, enthält Absender, Empfänger, Nachrichten-ID und weitere Dispatch-Informationen. Sehr hoch - Steuerungsinformationen für Dokumentenaustausch.
11 Nachrichtengruppe Fachbegriff Spezifische fachliche Ausprägung der E-Government-Schnittstelle für eine Fachdomäne. Hoch - Anpassung an BBL-spezifische Anforderungen.
12 Bearbeitungsanweisung Attribut Anweisung an den Empfänger einer Nachricht (z.B. zur Bearbeitung, zur Kenntnis, zur Genehmigung). Hoch - Workflow-Steuerung in BBL-Prozessen.
13 Datenschutzstufe Attribut Angabe, ob das Dossier besonders schützenswerte Personendaten oder Persönlichkeitsprofile gemäss Datenschutzrecht enthält. Hoch - DSG-Compliance für BBL-Dokumente.
14 Öffentlichkeitsstatus Attribut Angabe, ob das Dossier/Dokument gemäss BGÖ schützenswerte Informationen enthält oder nicht. Hoch - Transparenz und Öffentlichkeitsprinzip.
15 Primärdokumente Fachbegriff Die eigentlichen fachlichen Dokumente (Dateien), die den Inhalt des Dossiers darstellen. Sehr hoch - Eigentliche Nutzdaten der BBL-Dokumentation.

Tabelle: Begriffe eCH-0039 E-Government-Schnittstelle

5.3 KBOB Bauwerksdokumentation im Hochbau - Dokumentationsmodell BWD

  • Priorität: A (Sehr hoch)
  • Referenz: https://www.kbob.admin.ch/de/bauwerksdokumentation-im-hochbau
  • Beschreibung: Die KBOB-Empfehlung "Bauwerksdokumentation im Hochbau" definiert einen Schweizer Standard für die systematische Dokumentation aller Prozesse, Phasen und Rollen im Lebenszyklus eines Bauwerks. Das Dokumentationsmodell BWD (Bauwerksdokumentation) strukturiert die Erfassung, Verwaltung und Archivierung aller relevanten Dokumente von der Projektierung über die Realisierung bis zur Bewirtschaftung. Es basiert auf etablierten Normen wie SIA 112/113 und integriert Bau- und Immobilienmanagementprozesse mit klaren Verantwortlichkeiten und Dokumentationsflüssen.
  • Relevanz für BBL: Als zentraler Standard der öffentlichen Bauherren ist die KBOB Bauwerksdokumentation für das BBL verbindlich anzuwenden. Sie definiert einheitliche Dokumenttypen, Strukturen und Qualitätsanforderungen für alle BBL-Bauprojekte und gewährleistet die durchgängige Informationsversorgung über den gesamten Immobilienlebenszyklus. Der integrierte Dokumenttypenkatalog bildet die Grundlage für die systematische Klassifikation und Verwaltung aller BBL-Dokumente.
Begriff Kategorie Beschreibung Relevanz BBL
1 Dokumenttyp Geschäftsobjekttyp Klasse ähnlicher Dokumente mit spezifischem Informationsgehalt (z.B. Projektplan, Betriebsanleitung, Entsorgungskonzept) Sehr hoch - Basis für einheitliche Dokumentenklassifikation im BBL
2 Dokumenttypcode (DTC) Attribut Eindeutige Kennzeichnung eines Dokumenttyps bestehend aus Dokumentart, Register und fortlaufender Nummer (z.B. B07002) Sehr hoch - Ermöglicht systematische Identifikation und Verwaltung
3 Dokumentart Attribut Gliederung in vier Kategorien: Organisation (O), Kosten (K), Beschriebe und Konzepte (B), Visualisierungen (V) Sehr hoch - Strukturiert die Dokumentablage nach Leistungsbereichen
4 Grundlagedokumentation (GD) Fachbegriff Dokumentationsart: Alle für den Start einer neuen SIA-Phase notwendigen Dokumente aus vorangegangenen Phasen Sehr hoch - Sichert Informationskontinuität zwischen Projektphasen
5 Projektdokumentation (PD) Fachbegriff Dokumentationsart: Definierter Umfang von Dokumenten aus den Projektakten Phase 1-5 mit Projektsicht auf das Bauwerk Sehr hoch - Dokumentiert Bauprozess und Projektgeschichte
6 Objektdokumentation (OD) Fachbegriff Dokumentationsart: Definierter Umfang von Dokumenten aus Phase 1-6 mit Objektsicht für Bewirtschaftung Sehr hoch - Operative Basis für FM und Betrieb
7 Archivdokumentation (AD) Fachbegriff Dokumentationsart: Aufbewahrungspflichtige Dokumente aus Projekt- und Objektdokumentation Sehr hoch - Langzeitsicherung gemäss rechtlichen Vorgaben
8 Fachbereich Attribut Eindeutige Zuordnung eines Dokumenttyps zu einem Gewerk oder Fachgebiet (z.B. D01 Elektrotechnik, C00 Konstruktion) Hoch - Ermöglicht fachspezifische Dokumentenverwaltung
9 Datenmanager Fachbegriff Rolle für Beschaffung, Qualitätsprüfung und Verteilung der Bauwerksdokumentation Hoch - Operative Unterstützung für GPL und FM
10 Dokumentationsfluss Fachbegriff Systematischer Informationsfluss von Projektakten über strukturierte Dokumentationen bis zur Archivierung Sehr hoch - Definiert Verantwortlichkeiten und Übergabepunkte
11 Vollständigkeit Attribut Qualitätsmerkmal für den kompletten Umfang der Dokumentation gemäss Checklisten Sehr hoch - Compliance-kritisch für BBL
12 Datenqualität Attribut Qualitätsmerkmal für digital bearbeitbare Formate gemäss Richtlinien (CAD, CAFM) Sehr hoch - Voraussetzung für Systemintegration
13 pbDM Fachbegriff Planungs- und baubegleitendes Datenmanagement zur phasengerechten Dokumentenbeschaffung Sehr hoch - Prozess zur Qualitätssicherung
14 Aufbewahrungsfrist Attribut Zeitraum der verpflichtenden Dokumentenaufbewahrung (10-12 Jahre Standard, länger für spezielle Dokumente) Sehr hoch - Rechtliche Compliance

Tabelle: Begriffe KBOB Bauwerksdokumentation im Hochbau

Bild Links: Begriff Bauwerksdokumentation. Quelle

Bild Rechts: Bauwerksdokumentation

5.4. SIA 112 Modell Bauplanung

  • Priorität: A (Hoch)
  • Original Dokument: https://object.gever.admin.ch:443/web/?ObjectToOpenID=%24ActaNovaDocument%7c51BB6F95-8ACB-4CDB-A4FA-BE97F7E5CAA4&TenantID=169
  • Beschreibung: Die SIA-Norm 112 definiert ein phasenbezogenes Leistungsmodell für die Planung von Bauvorhaben. Sie bietet einen Ablauf mit verteilten Rollen und frei wählbaren Modulen zur strukturierten Organisation des Planungsprozesses. Die Norm gliedert den Planungsprozess in sechs Hauptphasen (Strategische Planung, Vorstudien, Projektierung, Ausschreibung, Realisierung, Bewirtschaftung) mit insgesamt 13 Teilphasen. Für jede Phase werden die erwarteten Ergebnisse, Dokumente sowie die Leistungen und Entscheide der Auftraggeber definiert.
  • Relevanz für BBL: Die SIA 112 ist für das BBL als öffentlicher Bauherr von zentraler Bedeutung, da sie die strukturierte Dokumentation über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks definiert. Sie legt fest, welche Dokumente in welcher Projektphase zu erstellen sind und bildet damit das Rückgrat für die phasengerechte Dokumentenverwaltung. Die Norm ermöglicht eine einheitliche Projektabwicklung und gewährleistet die vollständige Dokumentation aller Planungs- und Bauprozesse gemäss den Anforderungen der KBOB.
Begriff Kategorie Beschreibung Relevanz BBL
1 Phase Geschäftsobjekt Hauptgliederungsebene des Bauplanungsprozesses: - Phase 1 Strategische Planung - Phase 2 Vorstudien - Phase 3 Projektierung - Phase 4 Ausschreibung - Phase 5 Realisierung - Phase 6 Bewirtschaftung Sehr hoch - Oberste Strukturierungsebene für gesamte Projektdokumentation
2 Teilphase Geschäftsobjekt Feingliederung innerhalb der Phasen: - 11 Bedürfnisformulierung, Lösungsstrategien - 21 Definition des Bauvorhabens, Machbarkeitsstudie - 22 Auswahlverfahren - 31 Vorprojekt - 32 Bauprojekt - 33 Bewilligungsverfahren/Auflageprojekt - 41 Ausschreibung, Offertvergleich, Vergabe - 51 Ausführungsprojekt - 52 Ausführung - 53 Inbetriebnahme, Abschluss - 61 Betrieb - 62 Überwachung/Überprüfung/Wartung - 63 Instandhaltung Sehr hoch - Definiert konkrete Dokumentationszeitpunkte und Meilensteine
3 Leistungsbereich Attribut Tätigkeitskategorien innerhalb jeder Teilphase: Organisation, Beschrieb und Visualisierung, Kosten/Finanzierung, Termine, Administration Sehr hoch - Strukturiert die Dokumentenerstellung nach Themengebieten
4 Teilphasenziel Attribut Für jede Teilphase definiertes Ziel, das den Abschluss und die Rahmenbedingungen festlegt Sehr hoch - Qualitätssicherung für Dokumentationsvollständigkeit
5 Erwartete Ergebnisse Attribut Pro Teilphase definierte Dokumente und Produkte, die in jedem Leistungsbereich entstehen sollen Sehr hoch - Checkliste für vollständige BBL-Dokumentation
6 Gesamtleitung Fachbegriff Funktion für die Leitung und Koordination des Planerteams sowie Gewährleistung der Kommunikation mit dem Auftraggeber Hoch - Verantwortlich für koordinierte Dokumentenübergabe
7 Machbarkeitsstudie Geschäftsobjekt Zentrales Dokument der Teilphase 21 zur Beurteilung von Vorgehen, Organisation, Machbarkeit und Projektdefinition Sehr hoch - Entscheidungsgrundlage für Projektfortführung
8 Projektpflichtenheft Geschäftsobjekt Dokument mit Funktionen und Eigenschaften des Bauwerks zur Erreichung der in der Projektdefinition festgelegten Zielgrössen Sehr hoch - Definiert Dokumentationsanforderungen
9 Leistungen der Planer Fachbegriff Pro Teilphase definierte Planungsleistungen nach Modulen, die innerhalb jedes Leistungsbereichs erbracht werden Hoch - Bestimmt Umfang der Dokumentenerstellung
10 Entscheide des Auftraggebers Fachbegriff Pro Teilphase erforderliche Bauherrenentscheide zur Freigabe und Weiterführung des Projekts Hoch - Freigabe von Dokumentationsphasen

Tabelle: Begriffe SIA 112 Modell Bauplanung

Bild: Phasen, Teilphasen und Teilphasenziele nach SIA 112. Quelle